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Schamanismus in Llardrien

Der llardrische Schamanismus ist von einer großen Vielfalt geprägt, welche in den meisten Fällen auf die Vielfalt der Geschichte unseres schönen Landes zurückzuführen ist. Obwohl fast alle Schamanen in Llardrien zumindestens lose mit der Kon Fadok verbunden sind, gibt es hier neben den drei großen Aspekten, die in Llardrien stark verbreitet sind (Einhorn, Drache und Greif) auch noch jede Menge anderer Tiere und Wesenheiten, deren Stärken durch die Schamanen genutzt werden. Zudem gibt es neben dem auf Geistwesen ausgerichteten Schamanismus noch jene, welche sich vor allem den Geistern der Ahnen zugetan haben und kein eigenes Seelentier haben, sondern ihre Blutsnähe zu den Ahnen als Kraft verwenden.

Historisch gesehen gab es im Gebiet des heutigen Chanats schon immer den einen oder anderen Schamanen und einer von diesen war  Gründer der Kon Fadok. Gerade die nomadischen Stämme, aber auch die eingewanderten Orken und Oger haben fast immer einen Schamanen, der mit ihnen reist und sich um das Wohl des Stammes in klerikaler Sicht kümmert. Dies missfällt allerdings teilweise der Priesterschaft des Hexameron, die in den doch eher magisch geprägten Schamanen eine Konkurrenz zu ihrem göttlichen Auftrag sieht. Die Konduchi Plaars beanspruchen die Aufgaben der Ahnenverehrung eindeutig für sich, und auch die Konduchi der Torkala würden gerne mehr Einfluß auf die Stämme erhalten, welche sich oftmals für Schutz und Heilung noch an Schamanen des Einhorns wenden. Bei den nicht mehr nomadisch lebenden Stämmen ist dieser klassische Brauch nicht mehr so üblich, da auch die Stammesstrukturen nicht mehr so gefestigt sind, aber es gibt auch hier immer noch jene Begabten, die den alten Pfaden des Schamanismus folgen.

In sehr frühen Zeiten, noch vor der Gründung der Kon Fadok, waren die Schamanen vereinzelt und hatten meist nur ihren Lehrmeister aus dem Stamm, welchem sie selber angehörten. Mit der Kon Fadok kam aber auch der Austausch zwischen den Schamanen der einzelnen Stämme. Dieser fand zwar mitnichten ohne die eine oder andere handfeste Auseinandersetzung statt, und auch manch eine Stammesfehde mag darauf zurückzuführen sein, aber auf längere Sicht hat das jährliche Thischam, das Treffen der Schamanen unter der Obhut der Kon Fadok, die Schamanen des Landes näher zueinander gebracht und auch das Verständnis und die Akzeptanz der anderen Magierichtungen, welche in Llardrien praktiziert werden (primär arkane Magie, einige Hexen und Hexer und etwas Druidentum) gefördert.

Es geht auch heute nicht völlig ohne Streitereien - gerade im Zweig der Drachen sind auch fast schon regelmäßige, ernsthafte Kämpfe dabei - aber man hat zwei Dinge verstanden: es geht zum einen besser zusammen, gerade in Zeiten großer Not (wie zum Beispiel die Gründungskriege des Chanats gegen die Suwaté) oder auch bei magischen Dingen, die das Können eines Einzelnen übersteigen. Zum zweiten hat der Austausch zwischen den verschiedene Richtungen, aber vor allem auch unter den Schamanen diesen viel Macht gebracht. Die drei Mächte der Kon Fadok sind mehr, als nur drei zufällig ausgewählte Wesenheiten; sie haben der Kon Fadok und damit jedem einzelnen Mitglied ein magisches Potential gegeben, das vorher nicht da war.

Dennoch sind viele Schamanen nur relativ lose mit der Kon Fadok verbunden. Sie gehen auf die Thischams, treffen sich auch sonst vielleicht mal mit einer kleinen Gruppe Schamanen oder auch mal einem Druiden aus ihrer Nähe, aber ansonsten sind gerade hier die traditionellen Seelentiere noch sehr stark. So fühlen sich die meisten Schamanen wohl einer der drei Gruppierungen Einhorn, Greif oder Drache nahe und nutzen das Wissen, welches sie ihnen bieten, aber nur wenige haben eines der drei Wesen auch als Seelentier. Die meisten haben noch "ihr" Wesen, welches wie auch früher durch eine Art Seelenverbundenheit entdeckt und gepflegt wird. So gibt es in Llardrien Schamanen des Steppenochsen, des Grimmwolfs, Habicht und etliche andere. Sogar einen Schamanen des llardrischen Ochsenfroschs soll es gegeben haben.
Ebenso gibt es aber auch jene Schamanen, welche gar kein direktes Seelentier besitzen und sich ganz und gar der Ahnenverehrung und auch den Möglichkeiten der Macht durch die Ahnen des Stammes oder der Familie gewidmet haben. Hierzu findet man in dem Text über den Ahnenkult noch weitere Informationen.

Wie bereits angedeutet, ist ein Großteil der Schamanen eher der Gruppierung des Einhorn nahe, da dies durch die Aspekte Heilung und Schutz ihren ursprünglichen Aufgaben in der Stammesgesellschaft am nächsten kommt. Doch auch Drachenschamanen sind nicht selten. Eher ungewöhnlich, aber auch vorhanden, sind die Schamanen des Greifen, doch sind die direkte Beherrschung eines fremden Geistes und noch weniger die Beschwörung meist nicht die übliche Aufgabe eines Stammesschamanen. Somit sind die Schamanen des Greifen eher diejenigen, die keinem Stamm mehr angehören, sondern einzeln oder anderweitig die alten Praktiken leben.

Insgesamt sollte man die Schamanen in Llardrien keinesfalls unterschätzen. Dadurch, dass sie sich auf den Thischams alle untereinander kennen lernen, sind sie eine starke Gruppierung, wenn es Ernst wird. Zudem sind sie auch in der Kon Fadok die zahlenmäßig stärkste Gruppe, wenn sie auch sehr verstreut über das ganze Land agieren, wohingegen die Magier doch eher konzentriert in Uschguri und Alchoka anzutreffen sind und auch enger zusammenarbeiten.